Direkt zum Inhalt
Betriebspilot

Workflows · heizung-sanitaer

Wartungsvertrag-Erinnerung: SHK-Workflow mit MS365

200 bis 2000 Wartungsverträge fristgerecht erinnern. So bauen SHK-Betriebe eine SharePoint-Liste mit 30-Tage-Vorlauf — ohne extra Software.

Veröffentlicht · 4 Min Lesezeit· Betriebspilot Redaktion· Wie wir AI nutzen
Cover-Grafik Workflow Wartungsvertrag-Erinnerung für SHK-Betriebe mit SharePoint Power-Automate Outlook
Inhaltsverzeichnis (15 Abschnitte)
  1. Was dich der Status quo kostet
  2. Das Zielbild in einem Satz
  3. Was du brauchst
  4. Schritt 1: SharePoint-Liste "Wartungsverträge" anlegen
  5. Schritt 2: Excel-Bestand in SharePoint importieren
  6. Schritt 3: Power-Automate-Flow für 30-Tage-Vorlauf
  7. Schritt 4: Zweite Stufe für 14-Tage-Vorlauf (rot)
  8. Schritt 5: Wartung erledigt — Datum fortschreiben
  9. Schritt 6: Touren-Planung über PLZ-Filter
  10. Schritt 7: Power-BI-Dashboard für den Chef (optional)
  11. Was Spalten-Filter im Verkaufsgespräch leisten
  12. Fehlerquellen, an denen wir schon waren
  13. Wann reicht dir das — und wann brauchst du TAIFUN, Streit oder Sander-Doll?
  14. Checkliste: Setup in unter einem Tag
  15. Was du jetzt tun kannst

Wartungsverträge verlieren ist nicht das Problem. Sich an die Termine erinnern ist es.

Ein SHK-Betrieb mit 15 Leuten hat schnell 800 aktive Wartungsverträge im Bestand. Bei 80 EUR Deckungsbeitrag pro Wartung sind das 64.000 EUR im Jahr, die rein über das Erinnerungs-System laufen. Rutschen 5 Prozent durch, weil die Bürokraft auf Urlaub war oder die Excel-Liste nicht gepflegt wurde, sind 3.200 EUR Umsatz weg — plus drei verärgerte Kunden, die bei der nächsten Heizung jemand anderen anrufen.

Diese Anleitung baut eine zentrale Bestandskunden-Liste in SharePoint, die sich 30 Tage vor jedem Wartungstermin selbst meldet. Kein neues Programm, keine zweite Lizenz. Alles aus deiner Microsoft-365-Lizenz.

Was du in diesem Artikel mitnimmst:

  • Eine SharePoint-Liste, die deine Wartungsverträge zentral hält und gegen die Excel-Karteileichen sortiert
  • Einen Power-Automate-Flow, der jeden Morgen prüft, welche Wartungen in 30 Tagen fällig sind, und die Bürokraft per E-Mail informiert
  • Eine zweite Stufe für 14-Tage-Vorlauf-Warnungen — damit BImSchV-Pflichtmessungen nicht zu knapp werden
  • Eine ehrliche Antwort, wann TAIFUN, Streit oder Sander-Doll trotzdem die bessere Wahl sind

Was dich der Status quo kostet

Du kennst die Situation. Die Bürokraft führt eine Excel-Tabelle mit allen Wartungsverträgen. Jeden Monat geht sie die Liste durch, filtert nach Wartungsdatum, ruft die fälligen Kunden an, trägt den Termin in den Outlook-Kalender. Wenn sie das vergisst oder krank wird, passiert nichts. Wenn die Tabelle in zwei Versionen existiert — eine im Büro, eine auf dem Laptop des Chefs — werden Termine doppelt vergeben oder gar nicht.

Excel-Listen sind nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist: die Liste ruft nicht. Sie meldet sich nicht, wenn ein Termin in zwei Wochen fällig ist. Sie zeigt dem Kollegen, der einspringt, nicht, was er heute machen müsste.

Drei Risiken, die du im Stillen wegspielst

Erstens: verlorener Wartungs-Umsatz. Wartungsverträge sind das stabilste Geschäft im SHK-Bestand. Wenn 5 Prozent der Termine durchrutschen, verlierst du jährlich vierstellige Beträge — und der Kunde fragt sich, ob die Wartung wichtig ist oder ob er kündigen kann.

Zweitens: BImSchV-Konflikte mit dem Schornsteinfeger. Wenn die Wartung nicht rechtzeitig vor der Abgas-Messung läuft, kommt es zur Mängel-Anzeige. Das kostet dich einen Zweittermin und der Kunde fragt sich, warum du das nicht im Griff hast.

Drittens: Notdienst-Eskalation im Winter. Eine Heizung, die im Sommer nicht gewartet wurde, fällt im Januar bei minus 5 Grad aus. Dein Telefon klingelt am Sonntag um 22:00 Uhr. Eine prophylaktische Wartung im Oktober kostet dich 90 Minuten, ein Notdienst-Einsatz im Januar drei Stunden plus Aufschlag.

Die Rechnung

Rechnen wir konservativ. "Wir machen das schon" sagt nichts.

  • 800 aktive Wartungsverträge im Bestand
  • 5 Prozent rutschen pro Jahr durch (= 40 Verträge)
  • 80 EUR Deckungsbeitrag pro Wartung
  • Verlorener Umsatz: 3.200 EUR pro Jahr

Plus drei Notdienst-Eskalationen, die mit rechtzeitiger Wartung nicht passiert wären. Je 250 EUR Aufpreis-Risiko (Material kurzfristig, Wochenend-Stunde, Kunden-Goodwill) macht 750 EUR.

In Summe: rund 4.000 EUR pro Jahr, die du als Versicherungs-Prämie für ein nicht-meldendes Erinnerungs-System zahlst. Über fünf Jahre sind das 20.000 EUR — bei Setup-Kosten von zwei Tagen einmalig.

Schau dir die Themen-Roadmap für Bauhandwerk an, falls du noch andere Hebel im Büro suchst. Wartungs-Erinnerung ist nur einer von acht typischen Zeitfressern.

Das Zielbild in einem Satz

Jeden Morgen um 7:00 prüft Power Automate die SharePoint-Liste auf Wartungen, die in 30 Tagen fällig sind. Findet er welche, kommt eine E-Mail in das Bürokraft-Postfach mit der Liste. Sie ruft an, vereinbart Termin, trägt das neue Wartungsdatum in die Liste — und in 11 Monaten meldet sich der Flow wieder.

Wartungsvertrag-Erinnerung: vom Datum bis zum Anruf
AuslöserWiederholung jeden Tag 7:00 UhrAuslöser im Flow: Recurrence Daily
AktionSharePoint-Liste filternWartungsdatum genau in 30 Tagen, Status = aktiv
BedingungTreffer prüfenBedingung: Anzahl Datensätze > 0
AktionE-Mail an BürokraftOutlook-Aktion mit Tabelle aller fälligen Verträge
ErgebnisBürokraft ruft an, trägt nächstes Datum einNeuer Eintrag in SharePoint, Flow läuft wieder in 11 Monaten

Was du brauchst

Eine Microsoft-365-Business-Standard-Lizenz (10,80 EUR pro Benutzer und Monat, Jahres-Abrechnung) für die Bürokraft. SharePoint, Outlook und Power Automate sind enthalten.

Für den Flow selbst empfehle ich einen Service-Account automatisierung@firma.de als Business-Basic-Lizenz (6,70 EUR pro Monat). Vorteil: der Flow läuft weiter, wenn die Bürokraft wechselt oder Urlaub hat. Die Erinnerungs-E-Mails kommen aus dieser Adresse, die Bürokraft sieht sie im normalen Postfach.

Mehr brauchst du nicht. Keine Power-Automate-Premium-Lizenz, keine Dataverse-Lizenz, kein Microsoft-Fabric.

Schritt 1: SharePoint-Liste "Wartungsverträge" anlegen

Du machst EINE Liste für alle Wartungsverträge, nicht eine pro Anlagen-Typ. Innerhalb der Liste filterst du später über die Anlagen-Spalte. Warum: ein Flow versorgt alle Datensätze. Bei zwei Listen brauchst du zwei Flows, die du parallel pflegst.

Schritte:

  1. Öffne dein SharePoint-Team — wenn du noch keins hast, leg in Teams eines an mit Namen "Büro" oder "Verwaltung"
  2. Klick oben rechts auf "Neu" → "Liste" → "Leere Liste" → Name: Wartungsverträge
  3. In der Liste: klicke oben auf "Spalten hinzufügen" und lege diese Spalten an:
    • Kundenname (Einzeilig, Pflicht)
    • Kundennummer (Einzeilig, indiziert)
    • Anschrift (Mehrere Zeilen)
    • PLZ (Einzeilig, indiziert — für Touren-Planung wichtig)
    • Anlagen-Typ (Auswahl: Gas-Brennwert, Öl-Brennwert, Wärmepumpe Luft, Wärmepumpe Sole, Solarthermie, Pellet, Trinkwasser-Anlage, Lüftungs-Anlage)
    • Hersteller-Modell (Einzeilig)
    • Inbetriebnahme-Jahr (Zahl)
    • Wartungsintervall_Monate (Zahl, Standard 12)
    • Wartungsdatum (Datum, indiziert — die wichtigste Spalte für den Flow)
    • Letzte_Wartung (Datum)
    • Status (Auswahl: aktiv, inaktiv, gekündigt)
    • Notiz (Mehrere Zeilen)

Diese zwölf Spalten sind das Minimum für SHK. Mehr kannst du später ergänzen (z.B. Vertrags-Nr, Jahres-Pauschale), weniger funktioniert nicht — Wartungsdatum und Status sind die zwei, ohne die der Flow nichts findet.

Tabelle: Die zwölf Spalten und wofür sie dienen

SpalteTypWofür du sie brauchst
KundennameEinzeiligAnrede beim Anruf. Pflichtfeld.
KundennummerEinzeilig (indiziert)Verknüpfung mit DATEV / Lexware bei der Rechnung.
PLZEinzeilig (indiziert)Touren-Planung: alle 10245-Wartungen am gleichen Tag.
Anlagen-TypAuswahlFilter für Monteur-Skill: Wärmepumpe-Profi nicht für Öl.
Wartungsintervall_MonateZahlStandard 12, aber Wärmepumpen oft 24, Solarthermie 36.
WartungsdatumDatum (indiziert)Die Spalte, auf die der Flow filtert. Pflicht.
Letzte_WartungDatumBelegt im Streitfall: 'Wann war die letzte Wartung?'
StatusAuswahlKarteileichen ausblenden (inaktiv, gekündigt).

Schritt 2: Excel-Bestand in SharePoint importieren

Wenn du heute eine Excel-Liste mit 200 bis 2000 Wartungsverträgen hast, importierst du sie in einem Rutsch. SharePoint kann das seit Mitte 2021 nativ.

Vorher in Excel aufräumen — das ist die Arbeit, nicht der Import:

  1. Eine Zeile pro Vertrag, keine zusammengefassten Zellen, keine Farb-Markierungen
  2. Datums-Spalten als echte Datums-Werte (markieren → Format → Datum, nicht Text)
  3. PLZ als 5-stellig führende Null erhalten (Format "Text")
  4. Spalten-Überschriften in der ersten Zeile, ohne Sonderzeichen
  5. Karteileichen vorher aussortieren (Status = inaktiv markieren statt zu löschen — Historie bleibt erhalten)

Erfahrungswert: bei 800 Datensätzen sind das 2 bis 3 Stunden Aufräum-Arbeit. Lieber gleich richtig als später im Flow stolpern.

Dann der Import:

  1. Öffne deine Wartungsverträge-Liste in SharePoint
  2. Klick oben rechts "Aus Excel importieren"
  3. Wähle deine Excel-Datei
  4. SharePoint zeigt dir die Excel-Spalten an — du ordnest sie deinen Listen-Spalten zu
  5. Datums-Spalten: Format prüfen (Tag.Monat.Jahr)
  6. "Importieren" — bei 800 Zeilen läuft das 1 bis 2 Minuten

Schritt 3: Power-Automate-Flow für 30-Tage-Vorlauf

Jetzt der Flow, der den Workflow trägt. Er prüft täglich um 7:00, welche Wartungen in genau 30 Tagen fällig sind, und schickt eine E-Mail mit der Liste an die Bürokraft.

Flow: 30-Tage-Vorlauf-Erinnerung
AuslöserWiederholung Daily 7:00Auslöser: Wiederkehrend, Frequenz Tag, Zeit 07:00
AktionDatum in 30 Tagen berechnenVariable mit addDays(utcNow(), 30)
AktionSharePoint-Elemente abrufenAktion: Get items, Filter Wartungsdatum eq 'X' und Status eq 'aktiv'
BedingungTreffer > 0?Bedingung: length(Wert) > 0
AktionHTML-Tabelle erstellenAktion: Create HTML table aus Wert-Array
ErgebnisE-Mail an BürokraftAktion: Send an email V2 mit HTML-Tabelle im Body

Schritte:

  1. Öffne make.powerautomate.com und melde dich mit deinem Service-Account automatisierung@firma.de an (nicht mit der Bürokraft, sonst läuft der Flow nicht bei Urlaub)
  2. "Erstellen" → "Geplanter Cloud-Flow" → Name: Wartungs-Erinnerung 30 Tage
  3. Wiederholung: Frequenz "Tag", Intervall 1, Zeitzonen "(UTC+01:00) Amsterdam, Berlin", Stunden 7, Minuten 0
  4. Aktion "Variable initialisieren": Name ZielDatum, Typ String, Wert: formatDateTime(addDays(utcNow(), 30), 'yyyy-MM-dd')
  5. Aktion "SharePoint - Elemente abrufen": Site = dein Team, Liste = Wartungsverträge, Filterabfrage: Wartungsdatum eq '@{variables('ZielDatum')}' and Status eq 'aktiv'
  6. Bedingung: length(outputs('Elemente_abrufen')?['body/value']) ist größer als 0
  7. Im Ja-Zweig: Aktion "Create HTML table" — Quelle: Wert aus dem Get-items-Schritt, Spalten manuell wählen: Kundenname, Kundennummer, Anschrift, Anlagen-Typ, Wartungsdatum
  8. Aktion "E-Mail senden V2": An = buero@firma.de, Betreff = Wartungs-Erinnerung: @{length(outputs('Elemente_abrufen')?['body/value'])} Termine in 30 Tagen, Inhalt = HTML-Tabelle

Speichern, Test-Lauf, dann "Aktivieren". Am nächsten Morgen um 7:00 läuft er.

Schritt 4: Zweite Stufe für 14-Tage-Vorlauf (rot)

Der 30-Tage-Flow ist die Standard-Erinnerung. Für BImSchV-Pflichtmessungen oder Trinkwasser-Probenahmen brauchst du eine zweite Stufe: 14 Tage Vorlauf, in der E-Mail als rot markiert, plus optional eine Teams-Nachricht im Bürokraft-Kanal.

Den Flow von Schritt 3 duplizierst du:

  1. In Power Automate: deinen Flow markieren, "Speichern unter" → Name Wartungs-Erinnerung 14 Tage ROT
  2. Variable ZielDatum anpassen: formatDateTime(addDays(utcNow(), 14), 'yyyy-MM-dd')
  3. E-Mail-Betreff um "DRINGEND" ergänzen: DRINGEND - Wartungs-Erinnerung: ... in 14 Tagen
  4. HTML-Tabelle mit roter Hintergrund-Farbe styllen (im Create-HTML-table-Schritt: Spalten-Header HTML mit <th style="background:#fee">)
  5. Optional: zusätzliche Aktion "Teams - Nachricht in Kanal posten" für den Bürokraft-Kanal Büro\Wartungen-Alarm

Aktivieren. Du hast jetzt zwei Flows: einer ruhig (30 Tage), einer dringend (14 Tage). Die Bürokraft sieht den Unterschied im Postfach.

Schritt 5: Wartung erledigt — Datum fortschreiben

Das ist die Stelle, an der ein einfaches System Karteileichen produziert. Wenn die Bürokraft die Wartung erledigt-Information manuell einträgt und das nächste Wartungsdatum vergisst, fällt der Kunde aus dem Erinnerungs-System raus.

Lösung: ein dritter Flow, der dieses Risiko auflöst.

Logik:

  1. Auslöser: "Wenn ein Element geändert wird" auf der Liste Wartungsverträge
  2. Bedingung: Letzte_Wartung wurde gerade gesetzt UND Wartungsdatum ist nicht größer als heute
  3. Aktion: Setze Wartungsdatum auf addDays(Letzte_Wartung, Wartungsintervall_Monate * 30) — also 12 Monate später bei Standard-Intervall
  4. Aktion: Setze Status auf aktiv

Praktisch heißt das: Bürokraft trägt Letzte_Wartung = 12.05.2026 ein, der Flow setzt automatisch Wartungsdatum = 12.05.2027. Der Vertrag ist sauber. In einem Jahr meldet sich Schritt 3 wieder.

Schritt 6: Touren-Planung über PLZ-Filter

Die Liste in SharePoint hat eine zweite Funktion neben dem Flow: Touren-Planung. Wenn deine Bürokraft im Mai feststellt, dass im Juni 35 Wartungen anstehen, gruppiert sie nach PLZ.

Vorgehen:

  1. Öffne die Liste, klicke oben auf "Gruppieren nach"
  2. Spalte PLZ wählen
  3. Speichern als Ansicht Touren-Mai (für die Bürokraft) oder Touren-Monteur (öffentlich)

Ergebnis: alle Bonn-53113 zusammen, alle Köln-50667 zusammen. Der Monteur fährt eine PLZ pro Tag, dein Material-Wagen bleibt sortiert.

Zusätzlich-Tipp: zweite Ansicht Touren nach Anlagen-Typ. Wenn dein Wärmepumpen-Profi ohnehin alle Wärmepumpen einer Region macht, gruppierst du nach Anlagen-Typ, filterst auf Wärmepumpen, sortierst nach PLZ.

Schritt 7: Power-BI-Dashboard für den Chef (optional)

Wenn du den Bestand auf einen Blick sehen willst — wie viele Wartungen offen, wie viele überfällig, Umsatz-Projektion fürs Jahr — baust du ein einfaches Dashboard direkt aus der SharePoint-Liste.

Was du brauchst: Microsoft 365 enthält Power-BI-Web-View ohne Aufpreis. Für richtige Dashboards (mit Drill-Down, Filtern) brauchst du Power-BI-Pro (12,90 EUR pro Benutzer und Monat) — aber für die Chef-Übersicht reicht die kostenlose Variante.

Drei Visualisierungen, die sich lohnen:

Erstens: Säulen-Diagramm "Wartungen pro Monat (nächste 12 Monate)" — zeigt dir, wann das Material-Lager voll sein muss Zweitens: KPI-Karte "Überfällige Wartungen" — sollte immer 0 sein. Wenn nicht: Bürokraft drüber lassen Drittens: Tabelle "Top-20-Kunden nach Jahres-Wartungs-Umsatz" — wichtig für Goodwill-Anrufe vor Weihnachten

Was Spalten-Filter im Verkaufsgespräch leisten

Im Oktober 2026, der Heizungs-Hersteller-Vertreter sitzt am Tisch. Frage: "Wie viele aktive Wärmepumpen-Wartungs-Verträge haben Sie?"

Du öffnest die Liste:

  1. Filter auf Anlagen-Typ = Wärmepumpe Luft ODER Anlagen-Typ = Wärmepumpe Sole
  2. Filter auf Status = aktiv
  3. Zähle die Treffer-Anzahl unten links

In 20 Sekunden hast du die belastbare Zahl. Bei Excel wäre das eine Aufgabe für die Bürokraft am Nachmittag.

Das ist nicht spektakulär — es ist nur das, was eine zentrale Liste eben kann. Aber genau das ist der Unterschied zwischen "Wir machen das schon" und "Wir wissen, was wir haben".

Fehlerquellen, an denen wir schon waren

Fehler 1: Flow läuft unter dem Bürokraft-Konto. Wenn die Bürokraft kündigt, ist der Flow tot. Lösung: Flow im Service-Account automatisierung@firma.de anlegen, Bürokraft als Co-Eigentümer ergänzen.

Fehler 2: SharePoint-Filter mit deutschem Datumsformat. Die Filterabfrage Wartungsdatum eq '12.06.2026' funktioniert nicht. SharePoint will ISO-Format 2026-06-12. Im Flow immer mit formatDateTime(..., 'yyyy-MM-dd') arbeiten.

Fehler 3: Wartungsdatum-Spalte als Text statt Datum. Beim Import aus Excel manchmal passiert. Folge: der Flow findet keine Treffer, weil Vergleich Text gegen Datum scheitert. Lösung: Spalte löschen, als Datum neu anlegen, neu importieren.

Fehler 4: Bedingung length > 0 vergessen. Wenn du jeden Morgen eine E-Mail willst (auch bei null Treffern), ist das OK. In der Praxis nervt das nach drei Wochen — du ignorierst die Mails. Mit der Bedingung kommt nur eine Mail, wenn es etwas zu tun gibt.

Fehler 5: Excel-Liste parallel weiterpflegen. Das ist der häufigste Fehler beim Umstieg. Zwei Quellen, zwei Stände, der Flow zieht die falschen Daten. Knall-harte Regel: die Excel-Liste wird einmalig importiert, dann archiviert (Datei umbenennen archiviert_2026-05.xlsx) — ab heute nur noch SharePoint.

Wann reicht dir das — und wann brauchst du TAIFUN, Streit oder Sander-Doll?

Ehrliche Antwort: für 70 Prozent der SHK-Betriebe reicht der MS365-Weg vollständig. Für die anderen 30 Prozent ist eine Branchen-Software das Geld wert.

Was MS365 nicht kann

Wartungsprotokoll-PDF-Generierung mit Kunden-Logo: TAIFUN und Streit generieren aus den Wartungs-Daten ein vorformatiertes PDF mit deinem Logo, das der Monteur dem Kunden vor Ort übergibt. Im MS365-Weg muss du das in Word-Vorlagen lösen — funktioniert, ist aber Bau-Aufwand.

Material-Verbrauch je Vertrag automatisch verrechnen: Branchen-Lösungen kennen jeden Filterwechsel, jede Düse, jede Anode aus dem Lager-System und packen das auf die Wartungs-Rechnung. SharePoint hat das nicht. Workaround: separate Liste Wartungs-Verbrauch, Bürokraft trägt manuell ein.

DATEV-Direkt-Anbindung für Wartungs-Rechnungen: TAIFUN gibt einen Buchungs-Stapel direkt an DATEV. Mit MS365 brauchst du CSV-Export aus der SharePoint-Liste und Import in DATEV — geht auch, ist aber zwei Klicks mehr.

Drei Auslöser, ab denen sich TAIFUN oder Streit lohnen

Wann lohnen sich Branchen-Pakete? Drei Auslöser.

Erstens: du machst über 500 Wartungs-Rechnungen pro Jahr und die manuelle CSV-Übergabe an DATEV kostet dich messbar Bürokraft-Zeit (über 20 Stunden im Jahr).

Zweitens: du hast Material-Verbrauch je Wartung, der einzeln abgerechnet wird — dann ist die Lagerwirtschaft-Integration entscheidend.

Drittens: du hast keine Bürokraft mehr (kleiner Betrieb mit 3 Leuten), willst aber die Wartungs-Strecke automatisch. Branchen-Pakete reduzieren den manuellen Aufwand stärker als Excel + Flows.

In allen anderen Fällen — Standard-Wartung, Bestand 200 bis 1500 Verträge, eine Bürokraft die Excel kann — reicht MS365.

MS365 (SharePoint + Power Automate + Outlook)

10,80 EUR/User/Monat (MS365 Business Standard) + 6,70 EUR Service-Account (Business Basic), netto, Jahres-Abrechnung

Pro

  • in deiner Lizenz drin
  • Daten bleiben in deinem Tenant
  • Excel-Import in 5 Minuten
  • von 200 bis 5000 Verträge ohne Mehrkosten

Con

  • kein Wartungsprotokoll-PDF mit Logo
  • keine Material-Verbrauchs-Integration
  • DATEV nur via CSV-Export

TAIFUN-Software (Wartungs-Modul)

ab 80 EUR/Arbeitsplatz/Monat plus Einrichtung (Stand 2026-05)

Pro

  • Wartungsprotokoll-PDF auf Knopfdruck
  • Material-Verbrauch je Vertrag
  • DATEV-Direkt-Anbindung

Con

  • zusätzliche Lizenz neben MS365
  • Einrichtung 2-5 Tage mit Anbieter
  • Schulung für jeden Bürokraft-Wechsel

Streit V.2

ab 120 EUR/Arbeitsplatz/Monat (Stand 2026-05)

Pro

  • SHK-spezifisch, alle Anlagen-Typen out of the box
  • Wartungs-Strecke bis Rechnung integriert
  • deutscher Hersteller, deutscher Support

Con

  • zusätzliche Lizenz
  • Windows-Desktop-Software (keine Web-App)
  • weniger schlank in der Bedienung

Sander-Doll Handwerker-Software

ab 60 EUR/Arbeitsplatz/Monat (Stand 2026-05)

Pro

  • günstiger Einstieg
  • deutscher Anbieter mit SHK-Fokus
  • Cloud-Version verfügbar

Con

  • weniger Tiefe bei Material-Logik als TAIFUN
  • Reporting-Auswertungen begrenzt

Checkliste: Setup in unter einem Tag

Wartungs-Erinnerungs-Setup für SHK-Betriebe

  • MS365 Business Standard für Bürokraft prüfen (10,80 EUR/Monat)
  • Service-Account 'automatisierung@firma.de' als MS365 Business Basic anlegen (6,70 EUR/Monat)
  • SharePoint-Team 'Büro' öffnen oder anlegen
  • Liste 'Wartungsverträge' mit zwölf Spalten anlegen (Kundenname bis Notiz)
  • Excel-Bestand aufräumen (Datums-Spalten, Karteileichen markieren) — 2-3 Stunden
  • Aus Excel importieren (5 Minuten)
  • Indizierte Spalten setzen: Kundennummer, PLZ, Wartungsdatum
  • Power-Automate-Flow 'Wartungs-Erinnerung 30 Tage' bauen (45 Minuten)
  • Test mit Dummy-Datensatz auf morgen, danach Live-Schaltung
  • Power-Automate-Flow 'Wartungs-Erinnerung 14 Tage ROT' duplizieren und anpassen
  • Power-Automate-Flow 'Datum fortschreiben nach Wartung' für Schritt 5
  • Ansicht 'Touren nach PLZ' für die Bürokraft speichern
  • Excel-Quelldatei umbenennen ('archiviert_2026-05.xlsx') und in OneDrive-Archiv legen — ab jetzt nur noch SharePoint

Was du jetzt tun kannst

Bauen oder bauen lassen. Setup-Zeit, wenn du es selbst machst: ein Bürotag (8 Stunden) inklusive Excel-Aufräumen. Bei IT-Dienstleister: ein bis zwei Tage. Pro Bürokraft eine Einweisung von 30 Minuten.

Wenn du nicht direkt loslegen willst, abonniere den Newsletter. Alle 14 Tage kommt eine neue Workflow-Anleitung — die nächste ist der Vergleich Power Automate vs. n8n vs. Make für Handwerker, in dem du sehen wirst, ab wann sich der Wechsel von Microsoft auf n8n lohnt.

Schau dir auch Stundenzettel digital für Elektriker an — die SharePoint-Listen-Logik ist identisch, nur mit anderen Spalten.

Häufige Fragen

Reicht für 800 Wartungsverträge eine SharePoint-Liste oder brauche ich eine Datenbank?

SharePoint-Listen sind bis 5.000 Items voll funktionsfähig, mit indizierten Spalten auch deutlich darüber hinaus. Für die meisten SHK-Betriebe (200 bis 2000 Verträge) reicht das vollständig. Was du tun musst: die Spalten Kundennummer, Wartungsdatum und PLZ als indiziert markieren (Einstellungen → indizierte Spalten). Dann sind Filter und Suchen schnell, auch über 5.000 Einträge. Ab 50.000 Datensätzen oder bei häufigen Massen-Schreibvorgängen wird Dataverse die bessere Wahl, aber das ist nicht dein Bereich.

Was ist mit BImSchV-Pflicht-Wartungen — kann der Flow den Termin garantieren?

Der Flow erinnert dich, garantieren musst du selbst. Praktisch heißt das: zwei Erinnerungs-Stufen einbauen. 60 Tage Vorlauf für die normale Kontaktaufnahme, 14 Tage Vorlauf als rote Warnung im Power-BI-Dashboard oder Teams-Kanal. Damit liegt die Pflicht-Schorn­steinfeger-Messung nach 1. BImSchV oder die Trinkwasser-Probenahme nach TrinkwV § 14 Abs. 3 nicht hinten runter. Aufschneidende Bemerkung am Rand: der Schornsteinfeger ruft sowieso an, BImSchV-Fristen vergisst der nicht. Deine Erinnerung sichert die Wartung VOR der Messung ab, damit du keine Mängel-Anzeige bekommst.

Müssen wir das Excel komplett neu eintippen oder können wir importieren?

Importieren. SharePoint hat seit 2021 einen Excel-Direkt-Import: in der leeren Liste oben rechts auf 'Aus Excel importieren', dann deine Excel-Datei wählen, Spalten zuordnen, fertig. 800 Datensätze sind in 5 Minuten drin. Vorher in Excel aufräumen: Datums-Spalten als echte Datums-Werte (nicht Text), eine Zeile pro Vertrag, keine zusammengefassten Zellen, keine Farb-Markierungen. Wenn deine Excel-Datei in Outlook-Kategorien sortiert ist, exportiere vorher als Klartext-Spalte. Erfahrungswert von uns: 2 Stunden saubere Excel-Aufbereitung, 5 Minuten Import.

Was passiert mit Wartungsverträgen, die schon abgelaufen sind und in der Liste vor sich hin liegen?

Filter auf 'Wartungsdatum < heute' und Spalte 'Status = aktiv'. In den meisten Beständen findet sich dabei zwischen 5 und 15 Prozent Karteileichen: Kunden, die das Haus verkauft haben, oder Anlagen, die längst ausgetauscht sind. Praxis: einmal pro Quartal die Bürokraft eine halbe Stunde drüber, abhaken oder auf 'inaktiv' setzen. Der Flow ignoriert dann inaktive Datensätze. Nebeneffekt: die Auswertung 'wie viele aktive Wartungsverträge habe ich' wird belastbar — wichtig fürs Verkaufsgespräch beim Übergang an die Tochter oder bei der Betriebsversicherung.

Lohnt sich das gegenüber TAIFUN, Streit oder Sander-Doll Handwerker-Software?

Ehrliche Rechnung. TAIFUN-Wartung kostet je nach Modul-Konfiguration 80 bis 180 EUR pro Monat plus Einrichtung, Streit V.2 ähnlich, Sander-Doll ab 60 EUR pro Monat. Bei 12 EUR MS365 Business Basic für den Service-Account ist der Kosten-Vorteil klar — aber die spezialisierten Pakete machen mehr: Rechnungs-Anhang aus dem Wartungs-Protokoll generieren, Material-Verbrauch je Vertrag verrechnen, Ersatzteil-Bestellung an Großhandel auslösen. Mein Rat: wenn du nur Erinnerung + Termin-Liste brauchst, reicht MS365. Wenn du Wartung-zu-Rechnung-Strecke und Ersatzteil-Logik vollständig automatisieren willst, ist eine Branchen-Lösung das Geld wert. Zwischenschritt: MS365 jetzt aufbauen, in 12 Monaten neu bewerten, ob dir die TAIFUN-Strecke 1.500 EUR pro Jahr wert ist.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe einer Agent-Pipeline erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu unter /methodik.