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Workflows · trockenbau

Baustellen-Foto-Doku automatisch: Trockenbau-Workflow

Foto-Belege für Gewährleistung und Versicherung. So sortieren Trockenbau-Betriebe ihre Baustellen-Fotos automatisch in SharePoint — ohne Extra-Software.

Veröffentlicht · 3 Min Lesezeit· Betriebspilot Redaktion· Wie wir AI nutzen
Cover-Grafik Workflow Baustellen-Foto-Dokumentation für Trockenbau-Betriebe mit SharePoint Power-Automate Teams
Inhaltsverzeichnis (15 Abschnitte)
  1. Was dich der Status quo kostet
  2. Das Zielbild in einem Satz
  3. Was du brauchst
  4. Schritt 1: SharePoint-Bibliothek "Baustellen" anlegen
  5. Schritt 2: Pro Baustelle ein Ordner mit Standard-Wert
  6. Schritt 3: Microsoft-365-App auf den Bauleiter-Handys einrichten
  7. Schritt 4: Power-Automate-Flow für Aufnahmedatum
  8. Schritt 5: Teams-Kanal pro Baustelle (optional, aber stark empfohlen)
  9. Schritt 6: Erinnerung an Übergabe-Fotos
  10. Was Spalten-Filter im Streitfall leisten
  11. Brandschutz-Doku: ein Sonder-Fall
  12. Fehlerquellen, an denen wir schon waren
  13. Wann reicht dir das — und wann brauchst du PlanRadar oder Capmo?
  14. Checkliste: Setup in unter zwei Stunden
  15. Was du jetzt tun kannst

Fotos auf privaten Bauleiter-Handys sind keine Beweise. Bei einem Gewährleistungsfall vier Jahre nach Übergabe ist das Handy entweder gewechselt, geupdatet oder der Bauleiter gar nicht mehr im Betrieb. Die VOB/B § 13 verlangt aber den Nachweis, dass das Werk bei Übergabe in Ordnung war.

Ein Trockenbau-Betrieb mit 12 Leuten hat 5 bis 20 parallele Baustellen. Das ist ein fünfstelliges Risiko. Bei einem typischen Wasserschaden-Vergleich liegt der Schadensanteil ohne Beweis schnell bei 10.000 bis 15.000 Euro pro Fall. Versicherer akzeptieren WhatsApp-Verlauf und iPhone-Galerie nicht als Beleg.

Diese Anleitung baut eine zentrale Foto-Ablage pro Baustelle in SharePoint, mit automatischer Zuordnung nach Baustelle, Datum und Bauphase. Kein neuer Vertrag, keine zweite Software. Alles aus deiner MS365-Lizenz.

Was du in diesem Artikel mitnimmst:

  • Eine SharePoint-Bibliothek pro Baustelle, in der Fotos automatisch nach Baustelle, Datum und Gewerk-Phase landen
  • Einen Flow, der Bauleiter erinnert, wenn eine Phase abgeschlossen ist und Übergabe-Fotos fehlen
  • Eine Teams-Struktur, in der jeder Bauleiter mit zwei Klicks am Handy fotografiert und ablegt
  • Eine ehrliche Antwort, wann PlanRadar oder Capmo trotzdem die bessere Wahl sind

Was dich der Status quo kostet

Du kennst die Szene. Der Bauleiter ist auf der Baustelle, fotografiert die Decken-Unterkonstruktion, schickt das Bild "kurz" in die WhatsApp-Gruppe an die Kollegen. Eine Woche später fragt das Büro: "Wo sind die Akustikdecken-Fotos von Bonn?" Antwort: "In WhatsApp." Welche Gruppe? "Die mit den Trockenbauern."

WhatsApp komprimiert das Bild auf 800 Pixel Breite. Die Fuge in der Decke, um die es geht, ist nicht mehr erkennbar.

Drei Risiken, die du im Stillen wegspielst

Erstens: Gewährleistungsfall. VOB/B § 13 setzt 4 Jahre Frist. In den ersten zwei Jahren passiert wenig. Ab Jahr drei häufen sich Anfragen, weil Mieter klagen, Wasserschäden auftreten, Risse zwischen Anschlussgewerken zu sehen sind. Ohne Foto-Beleg trägst du mehr Last als nötig. Ein typischer Streitwert für einen mittleren Trockenbauer-Mangel: 5.000 bis 25.000 EUR.

Zweitens: Versicherungs-Regress. Deine Betriebshaftpflicht reguliert — und holt sich Anteile von dir zurück, wenn du den ordentlichen Ausführungsstand nicht belegen kannst. Beispielwert: 10 bis 30 Prozent der Schadensumme.

Drittens: Brandschutz-Prüfung. Bei F30/F60/F90-Schotts kommt nach der Übergabe oft ein Sachverständiger. Wenn du die Ausführung nicht im Bild hast, prüft er aufschneidend. Das kostet dich den Wiedereinbau plus Honorar.

Die Rechnung

Rechnen wir konservativ. "Auf der sicheren Seite sein" sagt nichts.

  • Drei strittige Gewährleistungsfälle in fünf Jahren — Branchen-Durchschnitt bei 12 Mitarbeitern
  • Streitwert pro Fall: 8.000 EUR
  • Anteil, den du ohne Foto-Beleg selbst trägst: 40 Prozent
  • Macht: 9.600 EUR über fünf Jahre

Dazu der Zeitaufwand. Suchen, fragen, telefonieren — pro Fall locker zwei Tage. Bei 65 EUR effektiver Bürokraft-Stunde sind das 1.040 EUR.

In Summe: rund 11.000 EUR über fünf Jahre, die du als Versicherungs-Prämie für schlechtes Foto-Management zahlst.

Die Lösung kostet dich keinen einzigen Cent extra, wenn du MS365 schon hast.

Schau dir die Themen-Roadmap für Bauhandwerk an, falls du noch andere Hebel im Büro suchst. Foto-Doku ist nur einer von acht typischen Zeitfressern.

Das Zielbild in einem Satz

Jede Baustelle hat in SharePoint einen eigenen Ordner. Jeder Bauleiter fotografiert mit der Microsoft-365-App. Das Foto landet automatisch im richtigen Ordner, mit Datum, Baustelle und Phase. Im Streitfall: Browser auf, Ordner suchen, fertig.

Foto-Dokumentation Trockenbau: vom Smartphone bis zum Ordner
AuslöserBauleiter macht FotoMicrosoft-365-App, im aktiven Baustellen-Ordner
AktionFoto landet in SharePointBibliothek 'Baustellen', Ordner = Baustellen-Name
AktionSpalte 'Baustelle' wird automatisch gesetztStandard-Wert pro Ordner
AktionPower-Automate-Flow liest EXIFSetzt Spalte 'Aufnahmedatum' aus Foto-Metadaten
ErgebnisBürokraft sieht den Stand im Teams-KanalFiles-Tab pro Baustelle

Was du brauchst

Eine Microsoft-365-Business-Standard-Lizenz (10,80 EUR/User/Monat, jährliche Abrechnung). Mehr nicht. SharePoint, Teams, OneDrive und Power Automate sind alle drin.

Praktisch: Bauleiter brauchen die Lizenz. Bürokraft sowieso. Wenn dein Polier nur Fotos macht und sonst nicht am Rechner sitzt, reicht für ihn Business Basic (6,70 EUR/User/Monat) — er braucht keine Desktop-Versionen von Word und Excel.

Schritt 1: SharePoint-Bibliothek "Baustellen" anlegen

Dein Ziel ist EINE Bibliothek für alle Baustellen, nicht eine pro Baustelle. Innerhalb der Bibliothek ein Ordner pro Baustelle. Warum: die Suche geht dann über alle Baustellen hinweg, und Power Automate kann mit einem Flow alle Baustellen versorgen.

Schritte:

  1. Öffne dein SharePoint-Team — am besten "Bauleitung" oder "Baustellen-Doku", was du in Teams ohnehin schon hast
  2. Klick "Neu" → "Dokumentbibliothek" → Name: Baustellen
  3. In der Bibliothek: klicke oben rechts auf "Spalten hinzufügen" und lege fünf Spalten an:
    • Baustelle (Einzeilig, Pflicht)
    • Aufnahmedatum (Datum)
    • Bauphase (Auswahl: Rohbau-Schnittstelle, Trennwand-Rohbau, Beplankung, Verfüllen, Akustikdecke, Brandschutz, Übergabe, Mangel-Nachweis)
    • Bauleiter (Person)
    • Notiz (Mehrere Zeilen)

Diese fünf Spalten sind das Minimum. Mehr brauchst du nicht. Weniger funktioniert auch — aber Bauphase brauchst du spätestens beim Gewährleistungsfall, weil du dann auf "Übergabe" filtern willst.

Tabelle: Die fünf Pflicht-Spalten

SpalteTypWofür du sie brauchst
BaustelleEinzeiligFiltern und gruppieren. Wird automatisch pro Ordner gesetzt.
AufnahmedatumDatumFiltern nach Bauphase-Zeitraum. Power Automate setzt das aus EXIF-Daten.
BauphaseAuswahlIm Streitfall filterst du auf 'Übergabe' — du willst nicht 5.000 Fotos durchsehen.
BauleiterPersonWer hat fotografiert. Bei Wechseln nachvollziehbar.
NotizMehrzeilig'Mangel an Anschluss zur Stütze' oder 'Übergabe-Foto Akustikdecke West'.

Schritt 2: Pro Baustelle ein Ordner mit Standard-Wert

Hier kommt der Trick, der den Workflow trägt. Du machst pro Baustelle einen Ordner in der Bibliothek. Im Ordner ist die Spalte Baustelle automatisch vorausgefüllt. Der Bauleiter muss nichts mehr tippen.

So geht's:

  1. In der Bibliothek "Neu" → "Ordner" → Name: Kindergarten Bonn Beuel (oder wie deine Baustelle heißt — kurz und unverwechselbar)
  2. Klicke auf "Einstellungen" (Zahnrad oben rechts) → "Bibliothekseinstellungen" → "Standardwerte für Spalten"
  3. Klick auf den Ordner, den du gerade angelegt hast
  4. Setze Baustelle = Kindergarten Bonn Beuel
  5. Speichern

Ab jetzt: jedes Foto, das in diesem Ordner landet, hat automatisch die richtige Baustelle drin. Beim nächsten Baustellen-Start: nächster Ordner, nächster Standard-Wert. Drei Klicks pro Baustelle, ein Mal.

Schritt 3: Microsoft-365-App auf den Bauleiter-Handys einrichten

Das ist die schmale Stelle. Wenn deine Bauleiter weiter privat fotografieren, hilft die schönste SharePoint-Struktur nichts.

Was die Bauleiter machen:

  1. Microsoft-365-App aus dem App Store laden (kostenlos, in der MS365-Lizenz inklusive)
  2. Anmelden mit der Firmen-Adresse
  3. Im Tab "Apps" das SharePoint-Team auswählen, in dem die Baustellen-Bibliothek liegt
  4. Bibliothek öffnen, in den richtigen Baustellen-Ordner navigieren — den nehmen sie als Favorit

Im Alltag: Kamera-Button in der App, Foto machen, "Speichern" — landet im aktuellen Ordner. Falls Offline (typisch im Treppenhaus mit F90-Schott, weil Funk-Loch): die App speichert lokal und synchronisiert, sobald Netz da ist.

Schritt 4: Power-Automate-Flow für Aufnahmedatum

Jetzt der eine Flow, den du brauchst. Er liest aus jedem neuen Foto das echte Aufnahmedatum — und setzt es in die Spalte Aufnahmedatum. Warum: das Datum, das SharePoint speichert, ist das Upload-Datum. Das Aufnahmedatum aus dem Foto ist das, was vor Gericht zählt.

Flow: Aufnahmedatum aus Foto-Metadaten setzen
AuslöserNeue Datei in Bibliothek 'Baustellen'Auslöser: 'When a file is created (properties only)'
AktionDateiinhalt abrufenAktion: 'Get file content'
AktionDateimetadaten abrufenLiefert EXIF-Daten, darunter DateTimeOriginal
BedingungHat das Foto ein EXIF-Datum?Bedingung: DateTimeOriginal nicht leer
ErgebnisSpalte 'Aufnahmedatum' wird gesetztEXIF-Datum oder Upload-Datum als Fallback

Schritte:

  1. Öffne make.powerautomate.com und melde dich mit der Firmen-Adresse an
  2. "Erstellen" → "Automatisierter Cloud-Flow" → Name: Foto-Doku: Aufnahmedatum setzen
  3. Auslöser: "Wenn eine Datei erstellt wird (nur Eigenschaften)" — wähle die Site und die Bibliothek Baustellen
  4. Aktion: "Dateiinhalt abrufen" mit dem Identifier des Auslösers
  5. Aktion: "Dateimetadaten abrufen" — liefert EXIF-Daten zurück, darunter DateTimeOriginal
  6. Aktion: "Eigenschaften des Elements aktualisieren" — setze Aufnahmedatum = DateTimeOriginal
  7. Speichern, Test mit einem Foto-Upload, fertig

Du hast jetzt einen Flow, der für jedes Foto in jedem Baustellen-Ordner das echte Aufnahmedatum schreibt. Der Bauleiter macht nichts, das passiert im Hintergrund.

Schritt 5: Teams-Kanal pro Baustelle (optional, aber stark empfohlen)

Wenn du in Teams ohnehin pro Baustelle einen Kanal hast: super, dann ist die SharePoint-Bibliothek-Anbindung schon halb erledigt. Wenn nicht, lohnt es sich.

Pro Baustelle:

  1. In Teams "Bauleitung" → "+" Kanal hinzufügen → Name: Kindergarten Bonn Beuel (gleicher Name wie der SharePoint-Ordner)
  2. Im Kanal "+" → "Dokumentbibliothek" → wähle den passenden Baustellen-Ordner als Tab
  3. Tab wird zum Default-Tab — Bauleiter klickt in Teams auf "Kindergarten Bonn", sieht direkt die Foto-Bibliothek

Nutzen: das Büro kann mitlesen. Die Bürokraft sieht morgens kurz nach, was gestern auf den Baustellen passiert ist. Bauleiter kommentieren ein Foto direkt im Chat: "Anschluss Stütze West — bitte Putz-Termin koordinieren."

Schritt 6: Erinnerung an Übergabe-Fotos

Der zweite Flow ist optional, aber lohnt sich für die typischen Vergesslichkeiten. Bei Übergabe brauchst du Fotos jedes Raumes — wer weiß im Schadensfall ein Jahr später noch, was unter dem Estrich war?

Der Flow:

  1. Auslöser: "Wiederholung" — jeden Freitag, 14:00 Uhr
  2. Aktion: "Elemente abrufen" aus der Bibliothek Baustellen, gefiltert auf Bauphase = 'Übergabe' und Aufnahmedatum älter als 7 Tage
  3. Bedingung: wenn Anzahl > 0 → keine Nachricht (alles gut). Wenn = 0 → Nachricht an den Bauleitungs-Kanal in Teams: "Übergabe-Fotos für [aktive Baustellen] fehlen noch."

Im Klartext: wenn diese Woche keine Übergabe-Fotos eingegangen sind und du eine Baustelle in Übergabe-Phase hast, kriegt das Team Freitag-Nachmittag einen Reminder. Drei-Tage-Frist zum Nachreichen, bevor die Erinnerung in der Geschäftsleitung landet.

Was Spalten-Filter im Streitfall leisten

November 2025, Anruf vom Generalunternehmer wegen Wasserschaden in Bonn-Beuel. Du öffnest die Bibliothek:

  1. Filter auf Baustelle = Kindergarten Bonn Beuel
  2. Filter auf Bauphase = Übergabe
  3. Sortieren nach Aufnahmedatum absteigend

In 30 Sekunden hast du 18 Fotos vom Übergabezustand der Räume. Du exportierst die Auswahl als ZIP (in SharePoint: "Herunterladen" auf der Auswahl), schickst die ZIP an die Versicherung. Du selbst trägst keinen Anteil mehr.

Das ist der Unterschied zur WhatsApp-Suche.

Brandschutz-Doku: ein Sonder-Fall

Bei F30/F60/F90-Schotts reicht die Foto-Bibliothek nicht ganz. Drei Dinge musst du ergänzen:

Erstens: Hersteller-Prüfzeugnis pro Schott als PDF. Hol's beim Materialeinkauf (Knauf, Rigips, Promat haben Webseiten mit Download-Bereich) und leg's im Baustellen-Ordner unter Brandschutz ab.

Zweitens: Foto vor dem Verschließen. Du brauchst das Bild VOM Schottaufbau, bevor Decke oder Wand drauf kommt. Profilabstand, Schraubenraster, Mineralwolle-Schicht — die Sachverständige will das sehen.

Drittens: Bauleiter-Unterschrift unter dem Foto, dass die Ausführung nach Prüfzeugnis erfolgte. Klingt formal, ist im Streitfall Gold wert. In SharePoint kannst du das mit einer Spalte Ausführung_geprüft_von lösen (Person-Spalte, automatisch vom Bauleiter ausgefüllt, der das Foto hochlädt).

Fehlerquellen, an denen wir schon waren

Fehler 1: Ordner-Namen mit Sonderzeichen. Bauvorhaben "Müller" / Sanierung macht SharePoint nicht mit. / ist Pfadtrenner, " macht Power Automate-Probleme. Regel: nur Buchstaben, Zahlen, Bindestrich, Leerzeichen.

Fehler 2: Bauleiter knipsen aus der iOS-Foto-App statt aus der Microsoft-App. Das Foto landet in iCloud, nicht in SharePoint. Ergebnis: Bauleiter denkt, alles ist gut — die Bürokraft sieht nichts. Lösung: monatlicher Spot-Check.

Fehler 3: Mobilfunk-Loch im Treppenhaus. Das Foto bleibt in der App, synchronisiert erst beim nächsten WLAN. Wenn der Bauleiter abends die App killt, ist das Foto weg. Lösung: am Ende des Tages "Synchronisationsstatus prüfen" — die App zeigt einen orangen Punkt bei nicht-synchronisierten Dateien.

Fehler 4: Zwei Bauleiter laden dieselbe Datei mit demselben Namen hoch. SharePoint nummeriert automatisch (IMG_1234.jpg, IMG_1234 (1).jpg) — aber Power Automate's Aufnahmedatum-Flow kann durcheinanderkommen. Lösung: in der Bibliothek-Einstellung "Versionierung aktivieren" — bei gleichem Namen wird die ältere Version Version 1, neue Version 2.

Fehler 5: Die Bibliothek wächst auf 5.000+ Items in der Standard-Ansicht. Performance leidet. Lösung: Indizierte Spalte auf Baustelle setzen (Einstellungen → Indizierte Spalten). Funktioniert dann auch über 5.000 Items hinaus.

Wann reicht dir das — und wann brauchst du PlanRadar oder Capmo?

Ehrliche Antwort: für 80 Prozent der Trockenbauer-Anwendungsfälle reicht der MS365-Weg. Für 20 Prozent nicht.

Was MS365 nicht kann

Plan-Markup mit Pin auf der Position: PlanRadar und Capmo erlauben, in einen Grundriss zu klicken und an genau dieser Stelle einen Mangel zu pinnen mit Foto und Beschreibung. SharePoint hat keine Pin-Funktion. Wenn du regelmäßig mit Mängel-Listen arbeitest, die räumlich verortet sein müssen, ist PlanRadar der bessere Weg.

Aufgaben-Tickets an Subunternehmer: Capmo kann ein Foto plus Notiz als Aufgabe an einen Subunternehmer schicken, mit Frist und Eskalation. SharePoint hat keine Ticket-Logik. Lösbar via Teams-Kanal, aber weniger formell.

Automatische Bautagebücher: Capmo erzeugt aus Fotos plus Notizen ein PDF-Bautagebuch pro Woche. SharePoint kann das mit Power Automate auch, ist aber Bau-Aufwand. Wenn dein Bauleiter ohnehin täglich ein Bautagebuch schreibt, lohnt sich Capmo der Spezialisierung wegen.

Drei Auslöser, ab denen sich PlanRadar oder Capmo lohnen

Wann lohnen sich PlanRadar oder Capmo? Drei Auslöser.

Erstens: du arbeitest mit Plan-Markups und Mängel-Pins als Standard. SharePoint kann das nicht, du musst es nachbauen — der Aufwand ist höher als die Lizenzkosten.

Zweitens: du hast 5+ Subunternehmer pro Baustelle und brauchst Ticket-Eskalation mit Fristen. SharePoint hat keine Ticket-Logik, Teams ist zu informell.

Drittens: du baust überwiegend für öffentliche Auftraggeber, die formelle Bautagebücher in einem Standard-PDF erwarten. Capmo erzeugt diese PDFs auf Knopfdruck.

In allen anderen Fällen — Wohnungs-Innenausbau, Büro-Ausbau, Sanierung für Generalunternehmer ohne Pin-Pflicht — reicht MS365.

MS365 (SharePoint + Power Automate + Teams)

10,80 EUR/User/Monat (MS365 Business Standard, netto, Jahres-Abrechnung)

Pro

  • in deiner Lizenz drin
  • Daten bleiben in deinem Tenant
  • Versionsverlauf und Papierkorb integriert
  • skaliert von 1 bis 200 Baustellen ohne Mehrkosten

Con

  • kein Plan-Markup mit Pins
  • keine Ticket-Eskalation an Subunternehmer
  • Bautagebuch-PDF nur per Bau-Aufwand

PlanRadar

ab 53 EUR/User/Monat (Stand 2026-05)

Pro

  • Plan-Markup mit Mängel-Pin direkt am Punkt
  • PDF-Reports auf Knopfdruck
  • Subunternehmer-Tickets mit Frist

Con

  • zusätzliche Lizenz neben MS365
  • Daten in Anbieter-Cloud
  • Schulung für jeden Bauleiter nötig

Capmo

ab 49 EUR/User/Monat (Stand 2026-05)

Pro

  • Plan-Versionen-Management
  • automatisches Bautagebuch-PDF
  • Aufgaben-Workflow für Subunternehmer

Con

  • zusätzliche Lizenz
  • Lock-In, Export nur als PDF
  • fokussiert auf Generalunternehmer und Architekten

123erfasst

ab 25 EUR/User/Monat (Stand 2026-05)

Pro

  • Foto-Doku, Aufmaß und Stunden in einer App
  • deutscher Anbieter

Con

  • UI weniger schlank als PlanRadar
  • Foto-Schwerpunkt schwächer

Checkliste: Setup in unter zwei Stunden

Foto-Doku-Setup für Trockenbauer

  • MS365 Business Standard für Bauleiter und Bürokraft prüfen
  • Hinweis-Schild 'Diese Baustelle wird zu Dokumentationszwecken fotografiert' am Bauzaun (DIN A4 reicht)
  • SharePoint-Team 'Bauleitung' öffnen oder anlegen
  • Bibliothek 'Baustellen' mit fünf Spalten anlegen (Baustelle, Aufnahmedatum, Bauphase, Bauleiter, Notiz)
  • Pro aktiver Baustelle einen Ordner mit Standard-Wert für 'Baustelle' anlegen
  • Power-Automate-Flow 'Aufnahmedatum setzen' bauen und mit Test-Foto prüfen
  • Optional: Power-Automate-Flow 'Übergabe-Foto-Reminder Freitag 14:00 Uhr' bauen
  • Microsoft-365-App auf allen Bauleiter-Handys installieren und anmelden
  • Pro Baustelle Teams-Kanal anlegen, Bibliothek als Tab hinzufügen
  • Im nächsten Projekt-Kick-off ankündigen: 'Ab heute nur noch über die App.'
  • Monatlicher Spot-Check beim Bautagebuch-Termin: Sind aktuelle Fotos im richtigen Ordner?

Was du jetzt tun kannst

Lade dir die Vorlage. Da drin: die fünf Spalten als Excel-Import-Datei für SharePoint, die zwei Power-Automate-Flow-Snapshots als JSON-Export, eine A4-Druckvorlage für das DSGVO-Hinweis-Schild und eine Setup-PDF, die du an deinen IT-Dienstleister gibst, falls du die Klicks nicht selbst machen willst.

Setup-Zeit, wenn du es selbst machst: 90 Minuten. Bei IT-Dienstleister: 2 bis 4 Stunden. Pro Bauleiter eine Einweisung von 15 Minuten.

Schau dir auch Stundenzettel digital für Elektriker an — der Workflow funktioniert für Trockenbau genauso, nur mit lfm-Profil-Aufmaß statt Steckdosen-Stückzahl.

Häufige Fragen

Brauche ich für den Foto-Doku-Workflow eine extra Power-Automate-Lizenz?

Nein. MS365 Business Standard reicht — SharePoint, Power Automate Standard und Teams sind enthalten. Power Automate Premium (13,80 EUR/User/Monat) brauchst du nicht — der ist nur für HTTP-, SQL- oder Custom-API-Konnektoren. Bei 50 Foto-Uploads pro Tag und 5 Aktionen pro Foto verbrauchst du 250 Aktionen pro Tag, das Limit liegt bei 6.000 Aktionen pro Benutzer und Tag. Empfehlung: ein Service-Account 'automatisierung@firma.de' für 10,80 EUR/Monat als Owner der Flows — dann läuft der Flow weiter, wenn ein Bauleiter ausscheidet.

Wie sicher ist SharePoint als Beweis im Gewährleistungsfall — reicht das vor Gericht?

SharePoint hat einen Versionsverlauf mit konfigurierbarer Anzahl, einen Papierkorb mit 93 Tagen Rückhol-Frist und Audit-Logs auf Tenant-Ebene. Das ist für die meisten Trockenbauer-Streitwerte ausreichend — Versicherungen akzeptieren das als Standard-Beleg. Was SharePoint nicht hat: kryptographischer Audit-Log mit Hash-Kette. Bei sehr hohen Streitwerten (über 100.000 EUR) oder bei strittigen Bauschäden mit Sachverständigem empfiehlt sich eine zusätzliche externe Archivierung (z.B. monatlicher Export auf ein NAS, das nur lesend zugänglich ist). Für den typischen Wohnungs-Innenausbau-Streit reicht SharePoint. Wenn du Generalunternehmer als Hauptkunden hast, frag in deren Bauvertrag nach — manche fordern PlanRadar oder Capmo als Standard, dann brauchst du das ohnehin.

Was passiert, wenn ein Bauleiter ausscheidet — sind die Fotos dann weg?

Nein, die Fotos liegen in SharePoint, nicht auf dem Handy. Der Bauleiter ist mit seinem Konto Eigentümer einzelner Dateien (Spalte 'Erstellt von'), aber die Bibliothek gehört dem Team. Wenn der Bauleiter ausscheidet: du deaktivierst das Konto, die Fotos bleiben. Damit kein Ersatz-Bauleiter den Zugang verliert, sollten Site-Berechtigungen nicht über Einzel-Konten laufen, sondern über die Microsoft-365-Gruppe 'Bauleitung' — dann ist neuer Bauleiter in zwei Klicks integriert. Empfehlung: ein zweiter 'Co-Eigentümer' der Site neben dir, falls dein Konto mal nicht erreichbar ist.

DSGVO-Risiko: was, wenn Mitarbeiter oder Kunden auf den Fotos sind?

Drei Stufen. Erstens: für reine Bau-Substanz-Fotos (Wand, Decke, Profile) ist Datenschutz kein Thema. Zweitens: für Mitarbeiter im Bild reicht ein Hinweis im Arbeitsvertrag plus Hinweis-Schild am Baustellen-Zugang — Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse zur Gewährleistungs-Dokumentation). Drittens: für Bauherren in Privatwohnungen oder Mieter, die auf Fotos sind, brauchst du eine Klausel im Auftragsvertrag, die ihnen erklärt, warum Fotos gemacht werden. Ohne diese Klausel könnte ein Mieter ein Löschverlangen stellen. Praxis: 4-5 Zeilen Klausel im Vertrag — dein Anwalt formuliert das in 15 Minuten. Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO sollte den Foto-Doku-Prozess als eigene Verarbeitungstätigkeit listen.

Lohnt sich der MS365-Weg gegen PlanRadar oder Capmo, wenn ich 80 Prozent für Generalunternehmer baue?

Ehrliche Rechnung. PlanRadar ab 53 EUR/User/Monat, Capmo ab 49 EUR/User/Monat — bei 5 Bauleitern macht das 245 bis 265 EUR/Monat zusätzlich zur MS365-Lizenz. Mehrwert dieser Tools: Plan-Markup mit Pins, Ticket-Eskalation an Subunternehmer, fertige Bautagebuch-PDFs. Wenn dein Generalunternehmer Plan-Pin-Mängel-Listen erwartet (typisch bei großen Wohnbau-Investoren und öffentlichen Auftraggebern), ist der Aufwand bei reinem SharePoint hoch — nachbauen kostet dich mehr als die Lizenz. Wenn dein Generalunternehmer mit ZIP-Foto-Lieferung zufrieden ist (typisch bei mittelständischen Büro-Ausbauten), reicht MS365. Mittelweg: MS365 als Basis für alle Baustellen, PlanRadar nur als Add-on für die 2-3 Großprojekte pro Jahr, wo der Generalunternehmer es vorschreibt.

Foto-Doku-Paket: Spalten-Vorlage + 2 Power-Automate-Snapshots + DSGVO-Hinweis-Schild + Setup-PDF für IT-Dienstleister

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Dieser Artikel wurde mit Hilfe einer Agent-Pipeline erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu unter /methodik.